Ein Ziel in SENSARE ist die Erfassung des Wasserstands an der Oberfläche. Wie im Artikel zur Sensorauswahl erläutert, ist der Straßenraum, aufgrund vieler Sicherheitsaspekte und Abstandsregeln, nicht leicht für zusätzliche Sensorik zu erschließen. Deshalb wurde in einem Workshop bereits beim dritten Projektverbundtreffen auf Basis des Ausschlussprinzips und einer kreativen Idee ein gangbares Konzept erarbeitet. Der Fokus ging dabei von der Straße weg zum Gehwegbereich, der wesentlich weniger rechtlichen Einschränkungen unterworfen ist. Die Erfassung des Wasserstands auf dem Gehweg direkt ist aufgrund des bis zu 20 cm hohen Randsteins aber unzureichend – der Sensor muss also trotzdem die Straße fokussieren. In einem ersten Entwurf (Bild1) wurde eine Bucht im Gehwegbereich auf Straßenhöhe vorgeschlagen, die, mit einem engmaschigen Gitterrost abgedeckt, den Wasserstand über eine Drucksonde aufnehmen soll. Da überflutete Sendeeinheiten keine Daten mehr senden, muss diese höher platziert werden. Damit das Gerät vor Diebstahl und Vandalismus geschützt ist, wurde ein Kabelverzweigerschrank als Hülle und damit auch Tarnung vorgeschlagen. Da das Gehäuse aus Kunststoff besteht, stört es die Übertragung der Daten auch nicht.

Bild 1: Erste Skizze der Oberflächenmessstelle in SENSARE (Bild: Christian Scheid)

Verschiedene Faktoren, wie eine bei Einsatz von Beton zur Auskleidung der Bucht im Gehweg nötige Baugenehmigung, führten zu einer Anpassung des Konzepts. Da der lokal niedrigste Punkt im Straßenraum immer an einem Straßenablauf liegt, wurde entschieden den Sensor dort zu installieren.

Damit an der Oberfläche im Straßenraum keine Kabel entlanggeführt werden müssen, wird der Straßenablauf unterirdisch angebunden. Eine seitliche Anbohrung des Betonkonus in ca. 70 cm Tiefe bietet einen indirekten Zugang zum Wasserstand im Straßenraum und zusätzlich die Möglichkeit den Einstau und das Absenken des Wassers mitzuverfolgen. Dabei schafft das Rohr eine gewisse Beruhigungsstrecke, die auch bei turbulentem Geschehen einen guten Messwert garantiert. Ein Drucksensor ist am Boden des Rohrs platziert und eingemessen, sodass ein Wasserstand über Straßenniveau zentimetergenau gemessen werden kann. Im Kabelverzweigerkasten befindet sich die Sendeeinheit, damit auch hohe Wasserstände noch zuverlässig übertragen werden.

Bild 2-4: Verbindung des Rohrs mit dem Straßenablauf
Bild 3: Führungsrohr für Drucksonde.
Bild 4: Fertig aufgebauter Kabelverzeigerkasten mit Schloss versteckt die Messtechnik unauffällig im gängigen Stadtbild.

Aufgrund der aufwendigen Konstruktion sind in den zwei am höchsten priorisierten Senkenhotspots je nur ein Exemplar platziert. Das robuste Konstruktions- und Messprinzip spricht dennoch für erwartbar solide Daten. Die Oberflächenmessstationen ergänzen die Messungen im Kanalnetz und werden dazu beitragen Warnungen auf den Straßenzug zu präzisieren.

Wasserstand auf der Straße messen – klingt erst einmal einfach
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